
"Das Fürstliche Gartenfest", die 10. Jubiläumsveranstaltung
auf Schloss Fasanerie zum ersten Wochenende im Juni lockte über 23.000 von der Witterung unerschrockene Gartenfreunde aus ganz Deutschland nach
Fulda. Diese so prachtvoll gereifte Gartenverkaufsausstellung auf dem schönsten
barocken Schlossgelände in der Mitte Hessens, weithin bekannt für
ihren fürstlichen Charme und das heitere ländliche Flair ist
seit vielen Jahren ein fester Termin für Gartenfreunde mit exklusivem
Geschmack.
Vier Tage lang waren Gärten, Scheunen und Höfe von Schloss Fasanerie zum zehnten Mal vom Veranstalter und den ausgesuchten Ausstellern zu einer Quelle für Inspirationen - so unerschöpflich wie an Facetten reich ausgestaltet worden. 155 Aussteller, eine unendliche Fülle an Pflanzenspezialisten mit ihren farbenprächtigen und oft köstlich duftenden Schätzen, Landschafts- und Gartenarchitekten und sogar ein Pflanzenarzt, fünf Schaugärten, die das Sonderthema "Gärten, eine Liebeserklärung an unseren Planeten - Garten und Natur im Klimawandel" visualisierten, dazu ein reichhaltiges Rahmenprogramm, ließen viele Besucher einen ganzen Taglang auf dem weitläufigen 30.00 qm umfassenden Ausstellungsgelände verweilen.
Da ergoss sich wie aus einem Füllhorn ein einmaliges Angebot: Gartenkünstlerische Ideen und fachliche Beratung, neueste Pflanzenzüchtungen und Praktisches und Schönes an Gartenaccessoires, erprobte Gartentechnik und -geräte, alte Brunnen und Skulpturen, Kunst und Dekorationen, kultivierte Gestaltungsideen sowie Moden und Hüte vom Lande und Köstliches zum Verzehr. Dazu ein schon traditionell unterhaltendes Rahmenprogramm. Ob Alt oder Jung, hier gab es für Jeden etwas Besonderes zu erleben und zu genießen, zu entdecken und zu kaufen.
Sonderthema: Gärten im KlimawandelEine besonders interessante Informationsvielfalt boten die Aktionen rund um das Sonderthema: „Gärten, eine Liebeserklärung an unseren Planeten – Gärten und Natur im Klimawandel“. Dieses Sonderthema 2009 bot konstruktiven Einblick für Gartenfreunde in die globale Erwärmung und stimmte auf neue Bedingungen in Garten und Natur ein, die sich nach und nach durchsetzen werden. Für Hessen und darüber hinaus zeigte sich dabei, dass nicht nur für den Obst- und Gemüsebau wegen der Streckung der warmen Jahreszeiten Optimismus angesagt ist. Auch Liebhaber des Gartens, seiner Gestaltung und Pflege, des ländlich kultivierten Lebensstils können sich progressiv auf veränderte Abläufe und Möglichkeiten einstellen.
Die angenehmen Chancen und die zu beachtenden Vorsichtsmaßnahmen stellten Experten und Praktiker im Rahmen von Vorträgen und praktischen Beispielen auf dem Gartenfest vor und hielten wichtigen Rat bereit.
"Das Fürstliche Gartenfest Schloss Fasanerie" bezweckt mit dem Sonderthema positive Denkanstöße und geballte Information für die gärtnerische Praxis zu bündeln. Gerade im Jahr der 10. Veranstaltung empfahl es daher dem Gartenfreund nachdenkenswertes Wissen über die Entwicklung des Planeten und nützlichen Rat für die persönliche Lebensfreude im Freien durch Weitsicht und kluge Beachtung der Chancen und Risiken.
Vier temporäre Schaugärten, die zum Fürstlichen Gartenfest entstanden, visualisieren das Sonderthema, die Liebeserklärung an unseren Planeten.
Gleich am Eingang des prachtvollen Geländes wurde vorgeführt, welcher Anteil eines Liebesbeweises an den Planeten ihm, dem Besucher ganz persönlich zur Obhut zustehen könnte. Mit einer Installation von zwei englischen Design- und Planungsbüros Schulenburg Projects und Azhar Architecture aus London entstand eine wundervolle Veränderung des streng symmetrischen barocken Paradehofs zu einem schönen Erlebnisgarten mit Anregungen zum individuellen Nachdenken über unseren eigenen Platz auf der Welt unter dem Titel "Mein Erdanteil" (oder auf Englisch "Earthshare") .
Ein Erlebnispfad in Form einer Doppelspirale im Hofgarten fing die Besucher ein durch eine Vielfalt von Empfindungen, die von den Gewächsen selbst ausgingen. Denn Pflanzen wirkten hier vor allem durch Farbe und Form, ihren Geruch und ihre Heilwirkung, aber auch durch die in unserer Tradition verwurzelte Symbolik. DeErlebnispfad entstand in Kooperation mit dem Fachverband Deutscher Floristen e. V., dem Kreisverband der Gärtner Fulda-Hersfeld und der Jung-Gärtner Region Fulda.
Die Vesica, der Labyrinthgarten im Eingang des Obstgartens, hatte sich in ein einzigartiges, kurzlebiges prächtiges Gewand gekleidet. Eine einmalige Kreation von Walter von Rüden aus Hirzenhain zum Thema „Verlängerte Laufzeit“. Und im Wirtschaftshof hatte sich die antike Pferdeschwemme mit 400 blühenden Katzenminzepflanzen in Herzform in eine ausdrucksstarke Liebeserklärung in Blau verwandelt. Gleich davor war die Reverenz an die Aussteller – eine kleiner Wald an Stelen, gekrönt von goldenen, silbernen oder bronzenen Ananas – zu bewundern. Eine Erinnerung an die vielen Aussteller, die in den vergangenen neun Jahren prämiert wurden. Der Entwurf des „Stelenwäldchen“ stammte von Theresa Krimmel aus Fulda.
Die langjährigen Besucher des Fürstlichen Gartenfestes Schloss Fasanerie wunderte schon nicht mehr, beim Wandeln auf den herrlichen Wegen der Anlage höchst vornehme Chevaliers und entsprechend preziöse Damen zu begegnen. Dabei handelte es sich um die langjährigen Begleiter der Fürstlichen Gartenfeste, aus dem beliebten Wiener Masken- und Musiktheater aus Schlüchtern mit charaktervollen, phantastischen Masken und Kostümen aus der Zeit barocker Lebensart. Als Geburtstagsgeschenk zum Jubiläum warteten die eleganten Künstler mit einem repräsentativen Querschnitt Ihres Repertoires auf und amüsierten mit Verwandlungen, humorvollen Rollen die Besucher bis in den Abend hinein.