
Nach den Plänen von Baumeister Remy de la Fosse wurde Schloss Wolfsgarten von 1722 bis 1724 im Auftrag von Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt erbaut. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche Jagdschlösser rund um Darmstadt ebenso wie im oberhessischen Raum. Die Schlösser folgten einem bestimmten Grundmuster. Um einen rechteckigen Hof gruppierten sich der Herrenbau, dem gegenüber Stallungen und an den Seiten der Prinzenbau, der Kavaliersbau, der Prinzessinnenbau und der Damenbau. Ausschlaggebender Zweck dafür war die um 1709 von Landgraf Ernst Ludwig eingeführte Parforce-Jagd, die Meutejagd zu Pferde. Dazu wurden weiträumige Anlagen und Wälder benötigt. Nachdem Landgraf Ludwig IX. (1768-1790) die Parforce-Jagd abgeschafft hatte, verloren die Jagdschlösser an Bedeutung und verfielen, so auch Schloss Wolfsgarten. In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts schließlich renovierte Erbprinz Ludwig III. (1848- 1877) Schloss Wolfsgarten. Es diente ab 1879 dem hessischen großherzoglichen Herrscherhaus als Sommerresidenz und ebenso weiterhin als Jagdschloss. Sein heutiges Aussehen verdankt Wolfsgarten Großherzog Ernst Ludwig (1892- 1918). Er ließ Baulücken zwischen den Gebäuden schließen und die Freitreppe am Herrenhaus erweitern. Nach 1918 zog sich die großherzogliche Familie aus dem Stadtschloß in Darmstadt ins verhältnismäßig spartanisch ausgestattete Schloss Wolfsgarten zurück. Seit 1997 ist der Trakt des Prinzenbaus die Residenz von Landgraf Moritz von Hessen.